Guschti und die Inventur
Vermutlich geht es dir ähnlich wie uns, liebe Leserin und lieber Leser. Die Inventur ist ein leidiges Thema, und hauptsächlich dem bürokratischen Sinn und Unsinn (und alllfälligen Behördenvorgaben) geschuldet. Zum Glück können wir inzwischen auch ein grosses ‚CHECK‘ unter diese Aufgabe machen (wir verteilen das ja meist über mehrere Tage). Ganz so einfach war es dann aber doch nicht wie gedacht. Weil Guschti (unser Hausgespenstli) hat mal wieder so zünftig mitgemischt. Der fand die Aktion als Einziger von uns wohl so wirklich unterhaltsam.
Kaum haben wir angefangen Schubladen zu öffnen, Listen zu schreiben und den Inhalt zu zählen war er auch schon da. Unauffällig versteht sich. Kaum haben wir durchgezählt und den Blick kurz abgewendet um die Zahl zu notieren, hat sich plötzlich der Inhalt der Schublade neu sortiert. Verunsicherung komplett. Also nochmals von vorne zählen… warum blos ist es nun ein Stück mehr?
Beim Zählen ist Guschti ganz in seinem Element. Allerdings hat er sein eigenes System. Teile mit ähnlichen Eigenschaften werden kurzerhand zu einem Teil zusammengefasst. Andere tauchen doppelt auf, obwohl sie nur einmal vorhanden sein sollten. Übrigens: ‚drölfunfünzig‘ ist seine Lieblingszahl. Wir wissen bis heute nicht, was damit wirklich gemeint sein soll.
Und als ob Schrauben und Ersatzteile nicht schon genug wären, mussten auch noch die Fahrzeuge erfasst werden. Klingt simpel: eins, zwei, drei, … fertig. Denkste!
Da steht plötzlich ein Auto draussen, was eigentlich hätte drinnen sein sollen. Ein Anderes ist einfach so mal kurz auf Probefahrt und irgendwo wartet noch eines auf Abholung, was nicht mitgezählt werden darf. Und irgendwo ganz hinten in der Ecke steht noch ein Projekt, das man fast übersehen hätte
Also wird gelaufen, gesucht, kontrolliert, nochmals kontrolliert und sicherheitshalber fotografiert. Am Ende stimmt die Anzahl – glauben wir zumindest. Oder Guschti hat ein Auto gut versteckt.
In diesem Jahr wollten wir ja nebst der Inventur gleich noch zünftig ausmisten. Kommt einem was in die Finger, wird überlegt ob man das weiterhin braucht oder ob es weg kann. Blöd nur, das Guschti eine ganz andere Meinung dazu hat. Der Stapel mit den Dingen ‚kann weg‘ wurde nie wirklich grösser – obwohl niemand von uns in der Zwischenzeit die Abfallmulde damit gefüllt hat. Dafür sind die ausgemusterten Schraubenzieher wieder fein säuberlich versorgt.
Am Ende der Inventur sind wir immer noch nicht ganz sicher ob alles korrekt gezählt ist. Aber eines wissen wir: Guschti war hier und hatte seinen Spass.
Und wir? Wir haben jetzt immerhin eine Inventurliste. Ob sie stimmt, klären wir dann im nächsten Jahr. Ob mit oder ohne Guschti.
Falls du Guschti noch nicht kennst, hier haben wir schon einmal über ihn berichtet.